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Umwelt-Fonds, Öko-Riester und nachhaltiges Investment

"Wer nur nach den Gesetzen des Marktes fragt, muß sich nicht wundern, wenn eine Generation heran wächst, die alle Preise kennt, aber keine Werte!" (Bundespräsident Johannes Rau, *16.01.1931 +27.01.2006)

In einer sich so schnell verändernden Zeit ist es umso wichtiger, Werte, die sich über Generationen herauskristallisiert und als richtig ergeben haben, in die Zukunft zu übertragen und küftigen Generationen mit auf den Weg zu geben. Nachdem der Markt tonangebender ist als je zuvor liegt die Überlegung nahe, diesen Werten im Markt einen Platz und eine Gewichtung zu geben. Mit Umweltfonds und Ethikfonds ist ein Schritt in diese Richtung vollzogen worden. Auch wenn die Überlegung nicht gerade neu ist.

Die Idee, Geld nicht in ungeliebte Dinge zu investieren, egal wie lukrativ sie auch sein mögen, geht schon bis ins 19. Jahrhundert zurück. Damals wollten einige Anleger aus religöser Motivation ihr Geld nicht in die sogenannten Sin-Stocks, also Glücksspiel, Alkoholindustrie und dergleichen investieren.

Umweltfonds (Ökofonds) und Ethikfonds basieren auf der selben Grundlage, nämlich der Kapialanlage neben der Rendite auch eine moralische Komponente zu geben. Dies wurde in dem ersten öffentlichen ethischen Fonds, dem "Pax World Funds" mehr als deutlich, war dieser doch ein Ergebnis der Antiapardheitsbewegung und des Protestes gegen den Vietnam Krieg.
Seither sind etliche moralisch motivierte Fonds entstanden, mit dem Beginn der Umweltbewegung hat sich dem Bereich des nachhaltigen Investments ein großes neues Feld erschlossen, das sich auch zunehmend breiter fächert. So kommt es auch, daß Ökofonds, bzw. Ethiklfonds Ihre Zielsetzung unterschiedlichst formulieren, schließlich sind jedem Menschen andere Dinge wichtig. Für manche Ökofonds reicht es aus, daß die Firmen selbst bestimmte Umweltstandarts einhalten, bei anderen Fonds wird diese Anforderung auch auf die Lieferanten der Firma ausgedeht. Manche achten auf die Verwendung von Ökostrom, andere auf die Einhaltung der Menschenrechte. Es gibt also sowohl eine Positivauswahl (nur in Firmen mit bestimmten Standards, Produktinsprozessen oder Produkten wird investiert) als auch die Möglichkeit nach einer Negativliste (keine Firmen, in denen Kinder arbeiten) vorzugehen. Welche Anforderungen ein Fonds genau stellt, damit er Gelder investiert, kann aus dem Fondsprospekt recherchiert werden.
Z.B.gibt es auch Themenfonds wie z.B. Solarfonds, die sich nur der Investition in Solaranlagen verschrieben haben. Häufig vertreten ist auch der Best-in-class oder der Sustainability-Ansatz, bei dem in diejenigen Firmen investiert wird, die in ihrer Branche führend sind in Punkte Umwelt, Soziales und Unternehmensführung.
Die Umweltfonds und Ethikfonds haben neben Verfügbarkeit, Sicherheit und Rendite noch einen vierten Faktor als Auswahlkriterium ins Leben gerufen, nämlich die Verwendung. Mit dem Kriterium "Verwendungszweck der Mittel" ist nun das Verantwortungsbewußtsein von Firmen bzw. deren Geschäftsführung gefragt. Wer aus Ökofonds Mittel erhalten will, muß entsprechend deren Voraussetzungen erfüllen. Ein verantwortungsbewußtes Handeln ist dann nicht mehr nur ökologisch sinnvoll, sondern zahlt sich auch ökonomisch aus.

Auch die Riester Rente gibt dem Anleger die Möglichkeit, an der Entwicklung des Kapitakmarktes zu partizipieren. Hierbei kann (nach Abzug der Rücklagen für die Grundsicherung) in ausgewählte Fonds investiert werden. Immer mehr Anbieter haben in das Portfolio für Riester Renten zwischenzeitlich auch Umweltfonds bzw. Ethikfonds aufgenommen. D.h. auch mit der staatlich geförderten Zulagenrente (Riester Rente) kann man jetzt nachhaltig und ökologisch sinnvoll seine zusätzliche Altersvorsorge aufbauen.

Grundsätzlich gilt, daß weder Ökofonds noch Ethikfonds rechtlich geschützt sind oder der Begriff einen definierten Mindeststandart beschreiben würde. Insofern gilt es bei einer Geldanlage in einen Ökofonds oder Ethikfonds genau zu prüfen und zu hinterfragen, warum sich der Fonds zu dem Bereich des nachhaltigen Investments zählt.

Werden jedoch Umwelt- und Meschenrechtsstandards dem Fonds zugrunde gelegt, die auch überprüfbar sind und bleiben sollen, so wird der Fonds wahrscheinlich in kleinen bis mittlelgroßen Unternehmen investieren. Einem global agierenden Großkonzern wird die Einhaltung der Standards weltweit oftmals fast unmöglich, zudem ist die Überprüfung, ob der Konzern die Kriterien einhält, gar nicht zu gewährleisten.
So komt es oft dazu, daß sich in Umweltfonds und Ethikfonds oftmals eine Vielzahl an Small Caps finden. Jedoch ist durch den geringeren Investitionsbedarf kleinerer Firmen meist für eine Breite Streuung der angelegten Gelder gesorgt, desweiteren sind die kleinen und mittelständischen Betriebe in den meisten Ländern Europas das Rückgrat der nationalen Wirtschaft.
Lang galt dabei das Vorurteil, Öko Fonds würden sich nur des Gewissen wegens rechnen. Die Entwicklung der am Markt befindlichen nachhaltigen Kapitalanlagen entkräftet dieses Vorurteil jedoch.

In einer Zeit, in der das Geld vermeintlich wesentlich mehr Macht hat als selbst die Fülle aller bei Wahlen abgegebenen Stimmzettel, liegt es an jedem Einzelnen sich seiner Verantwortung auf diesem Planeten in vollem Maße bewußt zu werden und diese auch zu übernehmen.
Denn die Geldströme, die um die Welt fließen sind nicht nur die Gelder von Staaten und Konzernen, zum großen Teil sind es auch die Privateinlagen von Millionen von Bürgern, das Ersparte der Kinder bis hin zur Rücklage der Eltern.

Und auch wenn das Geld nur zur Bank getragen wurde und dort auf ein festverzinsliches Sparkonto gelegt wurde, so findet auch dieser Groschen über die Investitionen der Bank seinen Weg in den großen Geldkreislauf der Welt. Den meisten Menschen ist zwar bewußt, daß sich viele ungeliebte Entwicklungen aus reiner Profitgier vollziehen. Daß jeder einzelne von uns mit seinem Sparverhalten hier aber am Ende mit in der Reihe der Profitgeier stehen kann und somit mitverantwortlich sein kann, ist vielen nicht bewußt.

Weil viele der Privatanleger die Macht des Geldes, vor allem in der eher geringen Größenordung eines durchschnittlichen Sparguthabens, unterschätzen, legen sie gegenüber der Kapitalanlage außer den Renditeerwartungen oftmals keinerlei weiteren Anforderungen zugrunde.
So kann es durchaus vorkommen daß Tierrechtsaktivisten sich unwissentlich an dem Bau neuer Legebatterien beteiligen. Es kann, natürlich durch Unwissenheit, vorkommen, daß ein Atomkraftgegner mit seiner Kapitalanlage den Bau neuer Atommeiler unterstützt.

Wenn alle Investitionen auf dieser Welt unter ökologischen, sozialen, ethischen und nachhaltigen Gesichtspunkten getätigt würden, wären viele der heute als unlösbar erachteteten Probleme morgen nicht mehr existent.

 

Haben Sie Fragen zu nachhaltigem Investment, zur ökologischen Riester Rente oder zu Umwelt bzw. Ethikfonds oder wünschen Sie ein individuelles Angebot zur Kapitalanlage mit gutem Gewissen?

Dann rufen Sie uns an unter:  0831 / 9603750